Der Grund, warum medizinische Arbeitsplätze ungesperrt bleiben, ist keine Nachlässigkeit. Es ist Arithmetik. Eine Pflegekraft nutzt eine Workstation dreißig- bis vierzigmal pro Zwölf-Stunden-Schicht. Wenn jede Anmeldung mindestens dreißig Sekunden kostet (bestenfalls!), sind das fünfzehn bis dreißig Minuten unproduktives Herumstehen pro Schicht, pro Pflegekraft, pro Arbeitsplatz. Hochgerechnet auf eine Station sind das Stunden. Hochgerechnet auf ein Krankenhaus sind das Vollzeitäquivalente. Diese Mathematik kann niemand in einer Budgetsitzung verteidigen, und so war der praktische Kompromiss immer derselbe: einmal zu Schichtbeginn anmelden, die Workstation offen lassen, das Beste hoffen.
Jede Authentisierungsoption, die dem Gesundheitswesen je angeboten wurde, ist an dieser Beschränkung gescheitert:
- Passwörter: zu langsam zu tippen, zu viele zu merken, innerhalb der ersten Woche auf Haftnotizen geteilt.
- Smartcards: besser, aber Einstecken, Entnehmen und Mittragen einer Karte sind erforderlich, die leicht verloren oder im Lesegerät vergessen wird. Die PIN-Eingabe verlängert jede Anmeldung um Sekunden.
- Windows Hello for Business: konzipiert für persönliche Geräte. PIN und Biometrie sind an einen bestimmten Benutzer auf einem bestimmten Rechner gebunden. Geteilte Arbeitsplätze sind nicht das Problem, das es lösen soll.
- Bestehende „Tap-and-Go"-Aufsätze: die meisten spielen unter der Haube ein gespeichertes Passwort ab. Die Audit-Logs sehen einen einzigen Benutzer. Echte Authentisierung hat nicht stattgefunden. Sicherheitstheater, das Auditoren zunehmend nicht mehr akzeptieren.
Was das Gesundheitswesen brauchte, war ein Berechtigungsnachweis, den der Nutzer ohnehin schon mit sich trägt, der eine AD-Anmeldung in unter zwei Sekunden erzeugt und der nicht irgendwo in der Kette in ein geteiltes Passwort zusammenfällt. Lange Zeit existierte diese Kombination nicht.